Filme, die das Feierherz höher schlagen lassen
Film-, Serien- und Dokus für alle die bock auf Clubspirit im Wohnzimmer und Festivalvibe auf der großen Leinwand. Empfehlungen von der SUNSHINE LIVE Redaktion für euch!
Film-, Serien- und Dokus für alle die bock auf Clubspirit im Wohnzimmer und Festivalvibe auf der großen Leinwand. Empfehlungen von der SUNSHINE LIVE Redaktion für euch!
In dieser kalten und dunklen Jahreszeit zieht es viele von uns lieber auf die Couch als auf die Tanzfläche. Doch keine Sorge – auf den Clubspirit und die elektrisierende Energie des Nachtlebens müsst ihr trotzdem nicht verzichten! Wir haben für euch Film- und Dokuempfehlungen zusammengestellt, die genau das liefern: Clubfeeling im eigenen Wohnzimmer und Partystimmung, ohne das bequeme Sofa verlassen zu müssen. Von cineastischen Highlights, die euch tief in die Subkultur eintauchen lassen, bis zu Dokus die die Geschichte und Faszination der elektronischen Musik beleuchten, ist alles dabei.
Berlins Nachtleben ist weltberühmt – doch ausgerechnet die Orte, die es seit Jahrzehnten prägen, geraten zunehmend unter Druck: die Clubs. Die neue ARD-Reportage "Ausgetanzt? Berliner Clubs unter Druck" beleuchtet die aktuelle Situation der Kulturszene in Berlin. Der rund 30-minütige Film fragt, wie es um die weltbekannte Berliner Clubkultur bestellt ist und was es bedeutet, wenn viele dieser Orte verschwinden. Im Mittelpunkt stehen Gespräche mit DJs, Veranstalter:innen und Kulturschaffenden, die erklären, wie Schließungen und finanzielle Schwierigkeiten ihren Alltag und ihre Arbeit beeinflussen. Ein Beispiel ist der Fall des queeren Clubs SchwuZ, der nach fast 50 Jahren Insolvenz anmelden musste, sowie der ehemalige Club Watergate, der 2024 nach 22 Jahren schloss. Die Doku zeigt hinter den Kulissen, wie wichtig diese Räume für Gemeinschaft, Identität und das Nachtleben der Stadt sind und welche Chancen und Herausforderungen für die Zukunft bestehen, wenn die Szene sich an veränderte Bedingungen anpassen muss.
Hier könnt ihr die Reportage streamen.
Zwei Oscar-Nominierungen für "Sirāt". Der ungewöhnlicher, intensiver Roadmovie-Film des spanischen Regisseurs Óliver Laxe ist nicht nur für den Besten internationalen Film, sondern auch für Besten Ton nominiert. Im Zentrum steht Luis ein Vater, der gemeinsam mit seinem Sohn Esteban in den abgelegenen Bergen Südmorbokkos nach seiner verschwundenen Tochter Mar sucht. Die Spur führt sie zuerst zu einer Free-Party tief im Nirgendwo: ein Rave voller elektronischer Musik und tanzender Menschen. Doch niemand scheint Mar gesehen zu haben, und als das Militär die Feier auflöst, schließt sich Luis einer Gruppe von Ravern an, die Richtung Süden weiterziehen. Was als Suche beginnt, wird zu einer brutalen Reise durch die sengende Wüste. Elektronische Musik, Ekstase, Verlust und Überleben verschwimmen auf der Leinwand. "Sirāt" nutzt die Rave-Szenerie nicht nur als Kulisse: Die treibenden Sounds und hypnotischen Beats sind Teil des Films, sie begegnen den Figuren wie ein Echo ihrer inneren Kämpfe. Kritiker loben "Sirāt" als ein Werk, das Musik, Bild und Ton zu einer körperlichen Erfahrung verknüpft. Aber Achtung, ohne zuviel vorwegzunehmen, das Ende hat es ganz schön in sich!
Beatport rückt Brazilian Funk mit einer neuen Doku-Serie in den Mittelpunkt. Der Zeitpunkt passt: Erst im April hat die Plattform den Stil offiziell als eigenes Genre eingeführt. Jetzt erzählen vier Folgen die Geschichte eines Sounds, der von den Vororten Rios bis in internationale Clubs gewandert ist. Für die Serie reißt der brasilianische DJ Mochakk in drei Städte, die den Funk heute entscheidend prägen: Rio de Janeiro, São Paulo und Belo Horizonte. Dort trifft er Produzentinnen, MCs, DJs, Tänzerinnen und Szeneakteure, die den Stil weiterentwickeln und seinen Weg nach außen tragen. Jede Episode zeigt, wie sich Brazilian Funk seit den späten achtziger Jahren verändert hat, welche Subgenres entstanden sind und wie eng Musik, Tanz, Mode und soziale Räume miteinander verbunden bleiben.
Funk hat Mochakks musikalische Sprache geprägt, und das Projekt bringt ihn zurück zu den Menschen, die die Kultur aufgebaut haben und sie bis heute lebendig halten. Zu den Gästen gehören unter anderem Mu540, Bonekinha Iraquiana, MC GW, DENNIS, MC Marsha, DJ Ramon Sucesso, VHOOR, Mac Júlia und Gordão do PC – Künstlerinnen und Künstler, die den Funk inzwischen auch auf internationale Bühnen tragen. Die Serie zeigt sehr direkt, wie präsent der Stil heute weltweit ist. Tracks aus Brasilien landen in DJ-Sets, werden gesampelt, transformiert und finden ihren Weg in unterschiedlichste musikalische Kontexte. Seit Beatport den Funk als eigenes Genre führt, bekommt die Szene außerdem deutlich mehr Sichtbarkeit: eigene Charts, eigene Playlists und ein klar definierter Raum für Artists, die den Sound vorantreiben.
Alle Folgen der Doku-Serie findet ihr hier.
Toy Tonics gehört seit Jahren zu den spannendsten Kreativcrews der Berliner Clubszene. Jetzt gibt es einen kompakten Einblick in ihre Welt: "The World of Toy Tonics", eine neue 20-minütige Doku von Regisseur Manuel Werner. Der Film zeigt, wie aus kleinen, energiegeladenen Partys und einem unabhängigen Label ein internationales Netzwerk aus Produzenten, DJs und Visual Artists entstanden ist.
Die Dokumentation deckt den Weg ab – von kleinen 300-Personen-Partys in Berlin bis zu Auftritten und Events in Clubs wie der Panorama Bar oder auf internationalen Festivals und Events wie der Mailänder Design Week. Dabei rücken DJs, Produzent:innen und Visual Artists ins Zentrum, die den typischen Toy-Tonics-Sound und ihre ästhetische Club-Philosophie formen. Der Film gibt einen Blick hinter die Kulissen: Wie funktioniert das Label, was treibt die Menschen an, die für Musik, Design und gute Vibes stehen und wie entwickelt sich eine Community, die nicht nur konsumiert, sondern wirklich mitgestaltet.
Hier könnt ihr die Doku streamen.
Die MDR-Doku "Techno im Harz - Elektro, Bässe und Ekstase" überrascht mit einem Blick auf einen Ort, den kaum jemand mit Techno verbindet: den Harz. Während alle über Berlin sprechen, entstand auch hier in den frühen Neunzigern eine kleine, aber prägende elektronische Szene. Der Film besucht ehemalige Clubs und improvisierte Locations, spricht mit DJs, Veranstalterinnen und Zeitzeugen, die im Mittelgebirge ihre eigenen Räume für Raves geschaffen haben. Oft waren es leerstehende Gebäude oder abgelegene Orte, die für eine Generation zu Treffpunkten wurden. Die Doku zeigt, wie viel Kreativität und Eigeninitiative damals in der Region steckte und wie wenig davon heute noch sichtbar ist. Gleichzeitig begleitet sie Menschen, die versuchen, diese Geschichte wieder ins Bewusstsein zu holen.
Hier könnt ihr die Doku streamen.
Das belgische Festival Tomorrowland ist weltbekannt und jetzt gibt’s eine neue Doku, die zeigt, was es für viele bedeutet: Die 24-minütige Produktion "We Are Tomorrow" begleitet John Summit auf seinem Weg auf die Tomorrowland-Mainstage und wirft gleichzeitig einen emotionalen Blick hinter die Kulissen des Festivals. John Summit erzählt, wie er von einem ganz normalen Bürojob zur global gefragten DJ-Schiene wechselte. Ein Sprung, der ihn in kurzer Zeit ganz nach oben gebracht hat. Parallel rückt die Doku Festival-Besucher:innen ins Zentrum: Menschen aus der ganzen Welt, jeder mit seiner ganz eigenen Story. Etwa Ladick, der mit körperlicher Behinderung zum Festival kommt, oder Mia und ihre Tochter Ella, die ihre Festivalreise trotz schwerer Diagnose antreten.
"We Are Tomorrow" kombiniert emotionale Geschichten mit den Bildern und Sounds eines der größten EDM-Events der Welt. Der exklusive Remix „Silence (John Summit vs. Dimension VIP)“ gibt dem Film einen Soundtrack, der genauso Teil dieser Kultur ist wie die Menschen, die sie formen.
Hier könnt ihr die Doku streamen.
"Rave On" folgt dem einst gefeierten Kosmo, Techno-Produzent und DJ, in der Nacht, an dem er und sein bester Freund den großen Durchbruch haben sollen, doch ein folgenschwerer Streit verändert alles. Eigentlich hat Kosmo sich längst zurückgezogen, währenddessen gewann eine neue Generation von DJs Aufmerksamkeit. Doch als er erfährt, dass sein Idol Troy Porter wieder auflegt, stürzt er sich eine wilde Nacht, um ihm seine neue Platte zu übergeben. Regisseure Nikias Chryssos und Viktor Jakovleski mischen Spielfilm und dokumentarische Clubaufnahmen. Die Kamera zieht den Zuschauer mitten auf die Tanzfläche, Soundtrack und Stroboskop übernehmen den Rest.
Redakteurin Resi hat den Film bereits gesehen und war begeistert: "Der Film ist von Leuten gemacht, die aus der Szene kommen und sie wirklich kennen – dadurch wirkt er sehr authentisch. Gleichzeitig ist er auch kritisch und zeigt, wie sich das Nachtleben in den letzten Jahren verändert hat, vor allem durch Social Media. Es geht nicht mehr nur um Musik, sondern auch um Follower, Performance und Klickzahlen." Trotz des Settings – eine einzige Clubnacht – empfindet sie den Film nicht als langatmig: "Vor allem das Ende war für mich als Technoliebhaberin sehr schön und erfüllend. Ich kann den Film jedem empfehlen, der in der Szene unterwegs ist oder Techno hört."
Hier könnt ihr den Film streamen.
Die Kurz-Doku "Kids Like Us" entführt uns mitten in die Techno-Kultur der frühen 90er in Detroit. Produziert von Szene-Ikone Richie Hawtin, heute besser bekannt als Plastikman, erzählt der Film von jener Zeit, in der aus verlassenen Industriehallen die ersten Kathedralen des Techno wurden. Im Fokus stehen die legendären Raves im ehemaligen Packard Plant – ein Ort, an dem eine Generation von Kids ihr Ventil fand: gegen grauen Alltag, für Freiheit und Gemeinschaft.
Regisseur Luke Jaden sagt über den Film: "Ich hatte das Gefühl, dass die Underground-Techno-Welt so filmisch ist und dass sie es verdient hat, durch die Geschichten, die Musik und das Bildmaterial wahrheitsgetreu dokumentiert zu werden. Wir haben den Film auf einer Techno-Party in Detroit gedreht, und unser Ziel war es, den Film so real und authentisch wie möglich zu gestalten." Jaden ist selbst in Michigan aufgewachsen. Er lässt die Bilder auf 35mm rau und direkt wirken, so wie die Partys damals waren. Er verwebt Erinnerungen von Zeitzeug:innen, Sounds und visuelle Energie zu einem dichten Zeitdokument. Es geht um Zugehörigkeit, um das Gefühl, in der Musik aufzugehen – und darum, wie aus einem Untergrundphänomen eine weltweite Bewegung entstand.
Hier könnt ihr die Kurz-Doku streamen.
Mit "The Comeback of Hard House" hat das niederländische Label Armada Music eine Mini-Dokumentation veröffentlicht, die sich einem Genre widmet, das lange eher als Relikt der späten 90er galt – und nun wieder auf Festivalbühnen und in Clubs für Furore sorgt. In knapp zehn Minuten wird nachgezeichnet, wie Hard House in den Niederlanden entstand, welche Produzenten und DJs den Sound formten und warum er heute wieder funktioniert. Zu Wort kommen Wegbereiter wie Klubbheads, Mass Medium/Club Caviar oder B.O.B. Ltd, die damals mit pumpenden Basslines, Sirenen-Samples und knallharten Drops den Ton angaben. Ergänzt wird das durch Stimmen einer neuen Generation wie Maruwa und Benwal, die den Stil ins Jetzt transportieren. Die Doku zeigt auch, wie das Genre durch die Pandemie unerwartet Rückenwind bekam: Nach Monaten ohne Clubkultur war die Sehnsucht nach kompromissloser Energie groß und genau diese Sehnsucht erfüllt Hard House. Visuell unterfüttert wird das mit Festival-Szenen von Peggy Gou beim Lowlands, KI/KI bei Awakenings oder KETTAMA im Boiler Room, die verdeutlichen, dass der Sound längst wieder internationale Relevanz hat.
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Leonie Gerner erforscht in "Nachtleben im Wandel", wie die Generation Z den Clubbetrieb neu denkt: weniger Eskalation, mehr Achtsamkeit. Gerner ist selbst in der Berliner Nachtszene unterwegs und spricht Feiernden verschiedener Generationen und zeigt wie sich die Szene in den letzten Jahren verändert hat. Es wird immer weniger Alkohol konsumiert und während FOMO stirbt, schlägt FOGO zu, also "Fear of going out" – viele bleiben lieber im sicheren Raum. Die Doku stellt heraus, dass auch Clubbetreiber:innen umdenken müssen. Zu Wort kommen neben Jung und Alt auch "Berliner Stilikone" Britt Kanja, Uli Wombacher, der Betreiber des ehemaligen Watergar und Leonard Raffel und Sinam Hüls vom Tresor.West. Der Dokumentarfilm beobachtet nicht nur, sondern liefert Hinweise, wie das Nachtleben heute aussehen könnte.
Hier könnt ihr die Doku streamen.
Die Doku "Tanztempel: Schee war's in der Disco" des Bayerischen Rundfunks wirft einen Blick auf die deutsche Diskothekenkultur. Der Film nimmt euch mit auf eine nostalgische Reise von den Anfängen in den 1960er Jahren bis zu den modernen Clubs der Gegenwart. Der Film beleuchtet, wie Diskotheken Orte des sozialen Austauschs, der kulturellen Innovation und des musikalischen Wandels wurden. Er zeigt, wie sich die Disco-Kultur entwickelte, welche Trends kamen und gingen und welchen Einfluss sie auf die Gesellschaft hatte. Zu Wort kommen ehemalige DJs und Discobesucher:innen, aber auch das Personal von einstigen Tanzlokalen in Bayern. Die halbstündige Doku zeigt außerdem, wie wichtig das Konzept Disco ab den Sechzigern vor allem für jungen Menschen war. Diese Doku bietet nicht nur einen Rückblick auf vergangene Zeiten, sondern schaut auch auf die aktuelle Krise, in der die Nachtkultur steckt und darauf was heute noch funktioniert.
Hier könnt ihr die Doku streamen.
In Großbritannien machen Clubs dicht – und das nicht zu knapp. Genau das zeigt die neue BBC-Doku "Nightclubs: Is The Party Over?" ziemlich eindrucksvoll. Seit 2020 haben dort rund ein Drittel aller Locations ihre Türen für immer geschlossen. Die Reporterin Lucy Woodham fragt: Warum? Und vor allem: Was bedeutet das für die Clubkultur im UK? Sie spricht mit DJs wie Sherelle und Sim0ne, genauso wie mit Clubbesitzer:innen, Branchenexpert:innen und Feiernden, um herauszufinden, warum sich die Clubszene in Großbritannien verändert hat. Teil der Mini-Doku ist eine Umfrage unter 2.000 Menschen im Alter von 18 bis 30 Jahren. 68 Prozent der Befragten gaben an, seltener feiern zu gehen als im Vorjahr – vor allem aus finanziellen Gründen. Während Städte wie London oder Manchester versuchen, ihre Clubszene zu retten, haben kleinere Orte kaum noch Angebote. Die Doku zeigt nicht nur, was da gerade schief läuft, sondern auch, wie wichtig Clubs als soziale und kreative Räume sind. Lucy Woodham führt mit Witz, Tempo und persönlichem Touch durch die Doku. Sie erzählt von ihren eigenen Club Erfahrungen während ihrer Uni-Zeit – inklusive langen Nächten und verschwitzten Dancefloors. Das macht das Thema greifbarer. Die Doku schafft es, die ernste Lage der Clubszene mit einem Augenzwinkern zu erzählen, ohne dabei die wichtigen Fragen aus dem Blick zu verlieren.
Hier könnt ihr die Doku streamen.
Im "Tatort: Colonius" tauchen die Kölner Kommissare Ballauf und Schenk tief in die pulsierende Technoszene der 1990er Jahre ein. Ein ehemaliger Szene-Fotograf wird tot aufgefunden, und die Spur führt zu einer heute entfremdeten Clique, die einst legendäre Partys im Kölner Fernsehturm "Colonius" feierte. Diese Location ist nicht zufällig gewählt: Tatsächlich fanden Anfang der 90er Jahre im stillgelegten Panorama-Restaurant des Turms legendäre Techno-Partys statt, die die Kölner Clubszene prägten. Der Film verwebt geschickt Fiktion mit realen Bezügen und bietet nicht nur spannende Krimi-Unterhaltung, sondern auch einen nostalgischen Blick auf die Clubkultur jener Zeit. Für Fans des Genres und Musikliebhaber gleichermaßen sehenswert.
Hier kannst du den Tatort streamen.
Wer darf rein, wer nicht? In der zweiteiligen ZDF-Doku "Türsteher – Wächter der Nacht" geht’s um die unsichtbaren Held:innen des Nachtlebens, die dafür sorgen, dass Partys sicher und friedlich ablaufen. Mit dabei sind echte Szene-Gesichter wie Anke Henkel, genannt die "Schwarze Göttin" aus Kaiserslautern, oder Andrea Giarrizzo vom legendären Bootshaus in Köln. Von Großraumdiskotheken wie dem "E-Dry" in Geldern bis hin zu exklusiven Locations wie dem "P1" in München zeigt die Dokumentation die vielfältigen Herausforderungen, denen sich Türsteher:innen gegenübersehen. Ob Alkoholexzesse, aggressive Gäste oder logistische Mammutaufgaben bei Großveranstaltungen – die "Wächter der Nacht" meistern ihren Job mit einer Mischung aus Menschenkenntnis, Durchsetzungsvermögen und Fingerspitzengefühl.
Hier kannst du die Mini-Serie streamen.
Die sechsteilige ARD-Miniserie "The Next Level" erzählt die Geschichte des amerikanischen Paares Josh und Zofia, die am Ende ihrer Hochzeitsweltreise nach Berlin kommen, um im legendären Technoclub "Reaktor" (aka Berghain) zu feiern. Die Nacht nimmt jedoch eine tragische Wendung, als Zofia nach dem Konsum von Ecstasy zusammenbricht und später im Krankenhaus verstirbt. Die Journalistin Rosa Bernhard wird zufällig Zeugin dieses Vorfalls und beginnt, die Hintergründe zu recherchieren. Dabei stößt sie auf Verbindungen zwischen dem Club, der Politik und einflussreichen Persönlichkeiten der Stadt. Die Drama-Serie blickt hinter die Kulissen von Clubkultur, Gentrifizierung und Kommerzialisierung der Hauptstadt.
Die Geschichte basiert lose auf realen Ereignissen, die der Journalist Alexander Osang 2018 in einer Spiegel-Reportage beschrieb. Osang selbst schrieb das Drehbuch zur Serie und schuf mit Rosa Bernhard ein Alter Ego. Die Handlung verwebt persönliche Schicksale mit politischen Intrigen, Gentrifizierung und Clubszene der Hauptstadt. Die Serie bietet zudem einen kritischen Blick auf die Mythen und Realitäten der Berliner Clubkultur und den Clash der Systeme DDR und BRD.
Hier könnt ihr die Serie streamen.
Ende Dezember erschien die Doku "I’m Tim" auf Netflix. Sie nimmt uns mit auf eine bewegende Reise durch das Leben des jungen DJs und Produzenten aus Schweden. "Dieser Film basiert auf Hunderten von Stunden privaten Filmmaterials aus Tims Leben", heißt es in einem Eröffnungsstatement, "vom allerersten bis zum letzten Bild. Zusammen mit neuen Aufnahmen von Freunden, Kollegen und Angehörigen." Filmemacher Henrik Burman nutzt bisher unveröffentlichte Interviews – neu und alt – sowie Filmmaterial aus dem Familienarchiv der Familie Bergling, um uns die Person hinter der Persona näherzubringen.
"Wenn dich jemand fragen würde, wer du bist, was würdest du sagen?", fragt eine Stimme aus dem Off. Avicii schaut zu Boden und antwortet: "Ich bin… Tim." Dieser Moment, so simpel er scheint, steht im Zentrum der Dokumentation "I’m Tim". Es ist die Frage, die Tim sein Leben lang begleitet hat: Wer bin ich – als Mensch und als Künstler? Aber von vorne: Er ist jung, schüchtern, ein bisschen nerdy und er hat ein Talent – elektronische Musik. Als Teenager zeigt ihm ein Freund FL Studio. "Es war nicht wie Gitarre oder Klavier spielen", erinnert sich Tim. Mit der Musiksoftware kann er "die Noten zeichnen". Kurz nach seinem Schulabschluss entdeckt ihn der Produzent Arash "Ash" Pournouri. Mit Ash als seinem Manager und Chef-Vermarkter startete Avicii durch: 2011 erscheint "Levels", zwei Jahre später "Wake Me Up".
Die Doku zeigt das unerbittliche Tempo, das er und sein Manager vorlegten, um Avicii zu Avicii zu machen. "Ash hat sich selbst kaputtgemacht, genauso wie ich mich selbst kaputtgemacht habe", erzählt Tim. "Wir bekamen diese Gelegenheiten, die sich uns vorher nie geboten hatten. Von diesem Zeitpunkt an ging alles so schnell." Labels reißen sich um den Newcomer, Festivals buchen ihn – der Traum eines jeden Künstlers. Doch der junge DJ merkt schnell, dass der Ruhm seinen Preis hat. "Irgendwann hab ich gemerkt, dass ich so steif bin auf der Bühne, also trank ich ein, zwei Drinks vor meinen Auftritten. Danach war ich viel entspannter." Alkohol und verschreibungspflichtige Tabletten werden zur Lösung gegen Angststörungen, Tourstress und die Einsamkeit in der unerbittlichen Musikbranche. Doch lange geht das nicht gut. Als Tim immer mehr Gewicht verliert und auf alles nur noch gereizt reagiert, machen sich seine Freund:innen Sorgen um den DJ. Nach einer Bauchspeicheldrüsenentzündung intervenieren Familie, Freund:innen und Kolleg:innen – Tim beschließt, nicht mehr Avicii zu sein. "Ich wollte lernen, zufrieden zu sein."
"I’m Tim" von Henrik Burman gewährt Einblick in die Lebenswelt des Menschen hinter der Musik und zeichnet ein bewegendes Porträt eines Musikgenies, das die Grenzen der elektronischen Tanzmusik neu definierte. Immer wieder kommen langjährige Wegbegleiter:innen von Avicii wie Aloe Blacc, Chris Martin, Dan Tyminski, David Guetta und Nile Rodgers zu Wort und teilen ihre Erinnerungen und Eindrücke. Die Dokumentation beleuchtet die kreativen Prozesse, seine musikalischen Innovationen und die Herausforderungen des Ruhms, die letztendlich zu seinem tragischen Tod führten.
Die Dokumentation "Der letzte Sommer der DDR – Aufbruch und Anarchie" zeigt die letzten Monate vor der Wiedervereinigung Deutschlands. Nach dem Mauerfall 9. November 1989 befand sich die DDR in einer Phase des gesellschaftlichen Umbruchs: Menschen erlebten plötzlich eine neue Freiheit, die sich in Hausbesetzungen, illegalen Partys und der Entstehung einer Techno-Subkultur ausdrückte. Vor allem die Jugend schüttelt Indoktrination und Bevormundung ab und testet Grenzen aus – oft fernab der Legalität. Gleichzeitig nutzten kriminelle Geschäftemacher die Anarchie aus, um DDR-Bürger:innen mit überteuerten Autos und unnötigen Versicherungen zu betrügen. Die 44-minütige Dokumentation, verfügbar in der ARTE-Mediathek, wurde von Nina Rothermundt 2024 produziert und beleuchtet diese turbulente Zeit mit authentischen Aufnahmen und Interviews von Zeitzeug:innen wie Danielle de Picciotto und Christian "Hans" Wolf. Sie macht deutlich, wie chaotisch und gleichzeitig richtungsweisend dieser Sommer war.
Hier könnt ihr die Doku streamen.
Die achtteilige ARD-Dokumentationsreihe "Techno House Deutschland" beleuchtet die Entwicklung der elektronischen Musikszene in Deutschland und deren weltweiten Einfluss. Sie zeigt, wie Techno von den ersten Clubs in den 80er-Jahren über die wilden 90er bis hin zu den großen Festivals von heute gewachsen ist. Von Frankfurt und Berlin als den frühen Zentren der Szene bis zur Entstehung neuer Freiräume im Osten. Große Festivals wie die Nature One und Kultclubs wie der Tresor oder das Omen stehen für den internationalen Einfluss der deutschen Technoszene. Die Dokureihe zeigt nicht nur die musikalischen Highlights, sondern auch die gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen, die Techno geprägt haben. Interviews mit prominenten DJs und Szenegrößen wie Sven Väth, Monika Kruse und Paul van Dyk zeichnen ein umfassendes Bild der deutschen Techno- und House-Kultur.
Alle Folgen der Doku-Serien findet ihr hier.
Die Mockumentary "TECHTOK – Über die Veränderung der Clubkultur durch schnelle Brillen und Rave Tutorials" beleuchtet mit viel Witz, wie Plattformen wie TikTok die Techno-Szene beeinflussen. Im fiktiven Club "Talhain" prallen traditionelle Raver:innen auf die neue Generation der TikTok-Raver:innen, die mit schnellen Brillen und Rave-Tutorials auftreten. Der Film hinterfragt, ob Techno als Trend seine ursprünglichen Werte wie Individualität und Freiheit verliert. Die rund 18-minütige Mockumentary wurde von Hannah Fritz und Otto Entzeroth produziert und auf YouTube veröffentlicht.
Hier könnt ihr die Mockumentary streamen.
Die vierteilige Dokuserie "BPM Ecstasy: Die Techno-Welle zwischen Peking und Taipeh" schaut auf die Techno-Szene in China und Taiwan. Regisseur Olivier Richard nimmt uns mit auf eine Reise durch die Underground-Kultur beider Metropolen und stellt Künstler:innen wie Elvis.T, SUNK und tamiX vor. Die Serie zeigt, wie die Techno-Kultur in Peking und Taipeh trotz politischer Spannungen und pandemiebedingter Einschränkungen floriert. Sie beleuchtet die Herausforderungen, mit denen die Künstler:innen konfrontiert sind, und wie sie kreative Wege finden, um ihre Musik und kulturelle Identität sowohl lokal als auch international zu präsentieren.
Alle Folgen der Doku-Serien findet ihr hier.
Die Doku "Techno – der verkaufte Traum" von 1995 zeigt, wie Techno von einer rebellischen Subkultur zum Massenphänomen wurde. Ursprünglich als Underground-Bewegung gestartet, stand Techno damals für Freiheit, Gemeinschaft und Rebellion. Doch mit der wachsenden Popularität und dem Einfluss großer Konzerne veränderte sich die Szene – und genau diesen Wandel zeigt die Dokumentation. In Interviews teilen Szenegrößen wie Dr. Motte und Jürgen Laarmann ihre Perspektiven. Mit Tracks von Künstlern wie Paul van Dyk, Leftfield und Joey Beltram bietet die Doku nicht nur Einblicke in die Technoszene der 90er, sondern liefert auch den passenden Soundtrack zur Ära.
Hier könnt ihr die Doku streamen.
Der Film "9 Tage wach" basiert auf dem Roman von Eric Stehfest und überrascht mit einer bewegenden Geschichte. In der Hauptrolle brilliert Jannik Schümann, der sein Talent erneut unter Beweis stellt. Die Handlung erzählt von Erik, der in einer sächsischen Kleinstadt aufwächst und bereits mit 14 Jahren mit Crystal Meth in Berührung kommt. Er taucht in eine Welt aus Drogen, Partys und Perspektivlosigkeit ab, bis er Anja trifft. Für sie versucht er, clean zu werden und zieht mit ihr nach Berlin, um Schauspiel zu studieren. Doch die Herausforderungen der Hauptstadt und die Komplexität der Liebe drohen ihn erneut in den Abgrund zu ziehen.
"9 Tage wach" nimmt uns mit auf eine 99-minütige Achterbahnfahrt zwischen Drogenrausch und Schauspielschule, endlosen Partynächten und dem kalten Entzug, junger Liebe und tiefen Enttäuschungen. Der Film bietet eine emotionale Reise voller Wut, Verzweiflung und zarter Hoffnungsschimmer – alles, was einen wirklich guten Film ausmacht.
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"Berlin Bouncer" begleitet die drei bekanntesten Türsteher Berlins: Sven Marquardt, Smiley Baldwin und Frank Künster. Der Dokumentarfilm gibt uns einen Einblick in eine Stadt, in der Türsteher weltberühmt werden können und wilde Partys den Ton angeben. Regisseur David Dietl begleitete die drei über mehrere Jahre und zeigt, dass nicht alle Türsteher gleich sein müssen: Marquardt mit Leder, Piercings und Tattoos, Smiley ein Amerikaner mit sonniger Art und Künster ein Westdeutscher, der die Aufmerksamkeit junger Frauen genießt. Marquardt versucht, einen sicheren Raum zu schaffen, Smiley eröffnet seine eigene Sicherheitsfirma und Künster verliert seinen Job und seine Routine.
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Die Serie "Call me DJ!" ist eine aufschlussreiche Dokumentation über Gleichstellung in der Clubkultur. In fünf Episoden begleitet unsere Moderatorin Rosanna Grüter, selbst als DJ mit den Herausforderungen und Sexismus in der elektronischen Musikszene konfrontiert, weibliche Akteurinnen mit der Kamera. Die Serie thematisiert, wie weibliche DJs oft weniger Anerkennung erhalten, obwohl sie genauso talentiert sind wie ihre männlichen Kollegen. Grüter zeigt den vorhandenen Sexismus in einer als weltoffen geltenden Szene. Die Serie hebt hervor, dass die Musikwahl und das Gespür für das Publikum entscheidend sind, um ein guter DJ zu sein, unabhängig vom Geschlecht. Sie zeigt, wie Frauen die Musikszene mit ihrer einzigartigen Perspektive bereichern.
"Call me DJ!" ist eine wichtige Serie, die Bewusstsein für die Gleichberechtigung in der Clubkultur schafft und für ein breites Publikum interessant ist.
Alle Folgen der Doku-Serie findet ihr hier.
Inspiriert von neuen Sounds, neuen Technologien und den politischen Ereignissen der Zeit entsteht Anfang der 90er Jahre eine Szene, die euphorisch den Anbruch einer neuen Zeit feiert. In Berlin, Frankfurt und vielen anderen deutschen Städten tüfteln Aktivist:innen an einer neuen Musik- und Clubkultur, die sich an den Koordinaten Techno und House orientiert. Auf der Berliner Love Parade 1991 treffen erstmals verschiedene lokale Szenen aufeinander. Aus dem Trend wird eine Bewegung. Ein deutscher Summer of Love, der über Nacht das ganze Leben verändert und Karrieren in Gang setzt. Die Szene wächst. Es entsteht ein eigenständiger Mikrokosmos. Netzwerke bilden sich abseits etablierter Strukturen. Für einen Moment scheint alles möglich...
"WE CALL IT TECHNO!" erzählt die Geschichte einer stürmischen Phase der Musikgeschichte, in der erstmals in Deutschland maßgebliche Popkultur geschaffen wurde. Mit exklusiven Interviews und umfangreichem, größtenteils unveröffentlichten Film- und Fotoarchivmaterial aus den Jahren 1988-1994! Inkl. Statements von Ata, Cosmic Baby, Mijk van Dijk, Elsa for Toys, Hell, Mike Ink., Jürgen Laarmann, Mark Reeder, Tanith, Triple R, Upstart, Sven Väth, Wolle XDP und vielen mehr.
Hier könnt ihr die Doku streamen.