Winter
Richard Stachmann via Unsplash
Winter

SUNSHINE LIVE WINTERHILFE: GEMEINSAM GEGEN DIE KÄLTE

Wenn die Temperaturen sinken, kann ein Großteil der Gesellschaft sich in beheizte Wohnungen zurückziehen, während andere ums Überleben kämpfen - mitten unter uns.

Die Zahl der wohnungslosen Menschen hat einen neuen Rekordstand erreicht. Nach aktuellen Hochrechnungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe waren im Jahr 2024 rund 1.029.000 Menschen in Deutschland ohne festes Mietverhältnis. Das entspricht einem Anstieg von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders betroffen sind Erwachsene, die den größten Teil der Wohnungslosen ausmachen. 61 Prozent davon Männer, 39 Prozent Frauen. Aber auch die Zahl der Kinder und Jugendlichen ist alarmierend hoch. Rund 264.000 Minderjährige leben in Deutschland ohne festen Wohnraum, meist gemeinsam mit ihren Eltern in Unterkünften. Und wenn im Winter die Temperaturen sinken wird für viele der Alltag lebensgefährlich. 

Kältebus
Berliner Stadtmission
Kältebus

WICHTIGE HILFE-NUMMERN:

  • Berlin: 030 / 690 333 690 

  • Hamburg: 040 / 401 782 15 

  • München: 089 / 200 045 930 

  • Köln: 0162 / 460 8745 

  • Frankfurt: 069 / 431 414 

  • Stuttgart: 0711 / 219 547 76 

Im medizinischen Notfall gilt immer: 112 

Warum immer mehr Menschen ihre Wohnung verlieren, ist seit Jahren bekannt: „Zu wenig bezahlbarer Wohnraum, Armut und drohende Kürzungen im sozialen Sicherungssystem“, erklärt Susanne Hahmann, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, gegenüber der tagesschau. Besonders der massive Rückgang an Sozialwohnungen verschärft die Lage. Hinzu kommen Miet- und Energieschulden, Trennungen, familiäre Konflikte oder der Verlust des Arbeitsplatzes. Wohnungslosigkeit ist selten das Ergebnis einer einzelnen Entscheidung, sondern meist das Ende einer langen Kette von Krisen. Auch psychische Erkrankungen spielen oft eine Rolle. Die Psychiaterin Sezer Lammers schildert ihre Erfahrungen ebenfalls bei der tagesschau und macht deutlich, wie eng Krankheit und Ausgrenzung miteinander verbunden sind: „Menschen psychiatrischer Erkrankung finden durch ihre Art oft keine Anbindung und rutschen durchs gesellschaftliche Raster.“ Gerade Männer seien davon häufig betroffen. 

Die Bundesregierung hat das Ziel ausgegeben, Obdachlosigkeit bis 2030 zu beenden. Dazu beitragen soll der Nationale Aktionsplan gegen Wohnungslosigkeit, der im Mai 2024 vorgestellt wurde. Er enthält zahlreiche Maßnahmen, die Bund, Länder und Kommunen umsetzen sollen. Aber es gibt viel Kritik an diesem Aktionsplan, da die Finanzierung vieler Vorhaben nicht ausreichend gesichert ist. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fordern deshalb eine langfristige Politik, die dauerhaft bezahlbaren Wohnraum schafft und diesen in öffentlicher, genossenschaftlicher oder gemeinnütziger Hand hält. 

Suche das Gespräch, zeige Respekt, verurteile nicht, hol Hilfe und spende sinnvoll!
Malteser
Klamotten
Foto von Linus Belanger auf Unsplash
Klamotten

WAS KÖNNEN WIR TUN?

Während politische Lösungen Zeit brauchen, sind viele Menschen schon jetzt auf Unterstützung angewiesen. Schon Anfang des Jahres jagte das Sturmtief Ellie mit minusgraden durch Deutschland und auch dem Februar stehen Eiskalte Tage bevor. Temperaturen, durch die wir uns über Schnee freuen können, bedeutet für Menschen ohne festen Wohnsitz die Angst vor dem Erfrieren. Die Malteser sagt, helfen ist oft einfacher, als man denkt. Auf ihrer Website ist eine sechs Punkte Liste mit klaren Verhaltens-Empfehlungen zu finden: Gespräch suchen und Respekt zeigen sind zwei wichtige Punkte. Ein Gespräch auf Augenhöhe, ein freundlicher Gruß oder ein anerkennendes Nicken können schon viel bewirken. Denn neben Kälte und materieller Not ist es vor allem die soziale Isolation, die obdachlose Menschen zermürbt. Ein weiterer Appell der Malteser: Hilfe sollte nicht an Vorurteilen scheitern. Ob Geld, Essen oder Kleidung – Solidarität bedeutet, Menschen nicht zu verurteilen, sondern ihnen mit Respekt zu begegnen. Und abschließend auf der Liste: Hilfe holen und sinnvoll Spenden. Besonders in kalten Nächten kann eure Aufmerksamkeit Leben retten. In vielen Städten sind Kälte- und Wärmebusse unterwegs, die Menschen auf der Straße versorgen und in Notunterkünfte bringen. Wer bemerkt, dass jemand bei Minusgraden draußen schläft, sollte nicht zögern, die Person anzusprechen und wenn nötig Hilfe holen. Ist eine Person nicht mehr ansprechbar, gilt immer: den Notruf 112 wählen. 

Organisationen wie die Berliner Stadtmission, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter, Diakonie und Malteser stellen im Winter Notunterkünfte bereit, verteilen warme Mahlzeiten, Kleidung, Schlafsäcke und Hygieneartikel. All das ist nur möglich durch eure Spenden und ehrenamtliches Engagement. Wer sich engagieren möchte, findet auf vostel.de zahlreiche Projekte der Obdachlosenhilfe, vom Duschbus bis zum sozialen Café. 

ZUSAMMEN DURCH DIE KALTE JAHRESZEIT

Auch wir bei SUNSHINE LIVE haben wegen der prekären Lage auf der Straße eine interne Spendenaktion ins Leben gerufen. Die Redaktion hat Kleidung an die Berliner Stadtmission und einen Geldbetrag an die Kältehilfe Berlin gespendet. In erster Linie möchten wir so unseren Teil dazu beitragen Obdachlosen Menschen zu helfen, gleichzeitig wollen wir euch ermutigen, ebenfalls aktiv zu werden. Benötigt werden vor allem gut erhaltene, saubere und warme Kleidungsstücke sowie neue Unterwäsche, Socken und Winteraccessoires. Auch Schlafsäcke, Rucksäcke und Hygieneartikel sind dringend gefragt. Wichtig ist dabei, nur Dinge zu spenden, die man selbst noch nutzen würde. Respekt zeigt sich auch darin, wie wir helfen. Informiert euch vorab am besten immer über die aktuellen Bedarfslisten der jeweiligen Anlaufstellen. 

Wohnungs- und Obdachlosigkeit passiert jeden Tag, in jeder Stadt, oft direkt vor unserer Haustür. Ob durch Spenden, ein Gespräch oder ehrenamtliches Engagement: Jeder Beitrag zählt. Lasst uns gemeinsam Verantwortung übernehmen und Menschen durch den Winter helfen.