Kultur Guide
Kultur Guide

Techno all around the World – ein Kultur-Guide

Ob Deutschland, Italien, Detroit oder Schweiz – die elektronische Musikkultur lässt sich auf der ganzen Welt finden. Der SUNSHINE LIVE Kultur Guide versorgt euch mit den spannendsten Ausstellungen.

Das MOMEM – Museum of Modern Electronic Music – in Frankfurt am Main ist kein Museum im klassischen Sinne. Es ist ein Kunst- und Kulturzentrum und nimmt diverse Lebensaspekte in den Fokus: Klang, Mode, Instrumente, Apps, Klubkultur, Räumlichkeiten, mediale Surroundings, Interaktion. Vieles davon ist aus der elektronischen Musik entstanden. Das MOMEM ist eine Reise von den Anfängen über das Heute bis in die Zukunft. Im Mittelpunkt steht Frankfurt. Bis Ende März 2026 könnt ihr die aktuelle Ausstellung "OMEN – New Electronic Ecstasy" besuchen. Das OMEN war ein Stück Kulturgeschichte. Von 1988 bis 1998 prägte es die elektronische Musik in Deutschland, mit der neuen Ausstellung soll diese Ära jetzt zurückgebracht werden. Über 100 Fotos, Filme, Flyer und Originalobjekte lassen die wilden Nächte wieder aufleben. In Interviews berichten DJs, Mitarbeitende und Wegbegleiter:innen von der Bedeutung des Clubs. Ergänzt wird das Ganze durch sämtliche Flyer, Kommunikationsgrafik und besondere Objekte rund um das legendäre OMEN. Tickets gibt es zwischen 8€ und 12€ online oder an der Museumskasse.

DARK MATTER in Berlin ist ein Ort, an dem Licht, Klang und digitale Kunst zu einer eigenen Welt verschmelzen. In den dunklen Hallen eines alten Fabrikareals erlebt man Installationen, die auf Musik reagieren, ganze Räume in vibrierende Farb- und Soundlandschaften verwandeln und mit elktronischen Soundteppichen arbeiten. Die  Werke stammen vom Lichtkünstler Christopher Bauder und seinem Team, dessen Projekte seit Jahren eng mit der Club- und Technoästhetik verbunden sind. Die Räume fühlen sich an wie visuelle Interpretationen elektronischer Musik und ziehen Besucherinnen und Besucher mitten hinein in ein atmosphärisches Zusammenspiel aus Technologie, Emotion und immersiver Ästhetik. Der Eintritt für die Hauptausstellung kostet 18€, ermäßigt 14€, Tickets gibt es mit festen Zeitfenstern online. Ein Besuch lohnt sich für alle, die elektronische Musik nicht nur hören, sondern auch erleben wollen.

Die Ausstellung TECHNO WORLDS des Goethe-Instituts möchte eine einzigartige Verbindung zwischen Kunst und Clubkultur schaffen. Die Ausstellung zeigt Werke internationaler und regionaler Techno-Künstler:innen, ausgehend von afroamerikanischen Impulsen der 1980er Jahre, welche die Clubkultur von Detroit bis St. Petersburg bis heute prägen und verbinden. Bis ins Jahr 2026 wird TECHNO WORLDS weltweit in verschiedenen Museen und an anderen Ausstellungsorten zu sehen sein. Kuratiert wurde TECHNO WORLDS von Mathilde Weh, Justin Hoffmann und Creamcake. Bis Ende März 2026 ist die Ausstellung in Peking zu Gast, danach zieht sie weiter nach Shanghai. Der Eintritt ist frei.

In Riccione in Italien hat mit dem Museo Discoteca (MUDI) das erste Disco-Museum des Landes eröffnet. Im MUDI sind visuelle Kunst und Musik zu sehen, die Performance, Design und Sound kombinieren. Die Ausstellung stellt italienische Künstlerinnen und Künstler ins Rampenlicht. Das Museum befindet sich in Ricciones berühmten pyramidenförmigen Club Cocoricò. Künstlerischer Leiter und Kurator des MUDI ist Leiter Alessandro Leoni. Der Eintritt ist frei.

Das smemSwiss Museum and Centre for Electronic Music Instruments – ist Zuhause für eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen von elektronischen Musikinstrumenten. Rund 5.000 Geräte sind in Freiburg in der Schweiz zu entdecken. Das smem ist als lebendiges Archiv konzipiert und dient der Aufbewahrung, dem Studium und der Erforschung der Instrumente hinter den Musikszenen von gestern, heute und morgen. Eine Auswahl an Instrumenten kann im Playroom sogar benutzt und ausprobiert werden. Entstanden ist das smem aus der Sammlung von Klemens Niklaus Trenkle aus Basel. Seit der Gründung 2016 ist die Sammlung stetig weiter gewachsen. Tickets gibt es ab 25 CHF.

Die Avicii Experience ist ein interaktives Museum in Stockholm. Das Museum ehrt das Lebenswerk von DJ Tim “Avicii” Bergling. Hier kann man in das Leben des Künstlers Avicii und der Person Tim Bergling eintauchen, unveröffentlichte Musik und unerzählte Geschichten entdecken. Dank des interaktiven Charakters können Besucher:innen beispielsweise das Gefühl erleben, vor Tausenden von kreischenden Fans als DJ aufzutreten und einen eigenen Mix aus Aviciis Songs zu erstellen. Tickets kosten 249 SEK. 

Das Ars Electronica Center in Linz ist ein Ort, an dem digitale Kunst, moderne Technologien und gesellschaftliche Themen zusammenkommen. Besucher können hier in interaktive Räume eintauchen, KI erleben, mit Robotik experimentieren oder neue Formen von Medienkunst entdecken. Ein besonderes Highlight ist aktuell die Ausstellung "Making Techno with Music" Robots. Der Künstler Moritz Simon Geist lässt hier eigens entwickelte Maschinen Techno spielen. Die Roboter erzeugen ihre Sounds auf mechanischen Instrumenten, schlagen, klirren, vibrieren und formen daraus treibende Rhythmen. So wird Techno nicht nur hörbar, sondern auch physisch spürbar und visuell erfahrbar. Tickets bekommt ihr für 14€ und ermäßigt kostet der Eintritt 11,50€.

Mit dem Museum of Detroit Electronic Music (MODEM) bekommt die Stadt erstmals einen festen Ort, der ihre Rolle als Geburtsstätte des Techno würdigt. Das Gelände des Packard Plant wurden Anfang des 20. Jahrhunderts Autos gebaut und stand maßgeblich für den industriellen Wohlstand Detroits. Nach der Schließung verfielen die Gebäude und wurden dann zum Zeichen für den wirtschaftlichen Einbruch der Stadt. Nun wird ein großer Teil des Areals neu genutzt. Geplant sind Wohnungen, Gemeinschaftsflächen, ein Indoor Skatepark und verschiedene öffentliche Räume. Das historische Hauptgebäude soll zum kulturellen Zentrum werden, in dem MODEM seinen Platz findet. Detroit gilt seit den achtziger Jahren als Ursprung einer der einflussreichsten elektronischen Musikrichtungen. Die Investitionen liegen bei rund 50 Millionen Dollar (knapp 43 Millionen Euro). Wenn alles nach Plan läuft, könnte das Museum gegen 2029 öffnen. 

Von Johannah Hainke