Foto: Lisography
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FEMALE POWER - FAKTENCHECK

Am 8. März ist der internationale Frauentag. Hier findet ihr spannende Facts, mit denen ihr bei euren Kolleg:innen und Freund:innen punkten könnt!

GENDER-PAY-GAP IN DER MUSIKBRANCHE

2022 betrug der unbereinigte Gender Pay Gap in Deutschland laut dem Statistischen Bundesamt 18%. Das bedeutet, dass Frauen im Durchschnitt die ersten 66 Tage des Jahres umsonst arbeiten. Der sogenannte Equal Pay Day viel 2024 also auf den 66 Tag im Jahr – der 06. März. 

In der Musikindustrie ist der Gender Pay Gap noch höher. In den letzten 15 Jahren ist er von 18% im Jahr 2005 auf 24% im Jahr 2022 angestiegen. Expert:innen führen verschiedenen Gründen für diesen Unterschied im Gehalt an. Der Pay Gap in der Musikindustrie kann durch Familiengründung, die ungleiche Verteilung von Sorgearbeit und durch männlich geprägte Strukturen, die Frauen den Zugang zu Aufträgen und Führungspositionen erschweren, verursacht werden.

Aus diesem Grund fordern Expert:innen die Einführung von Mindestlöhnen für verschiedene Tätigkeiten in der Musikbranche, um die Situation, insbesondere für Frauen, zu verbessern.

FRAUEN IN DER MUSIKBRANCHE

Die Situation für Frauen und nicht-binäre Personen in der Musikbranche bleibt besorgniserregend und hat sich seit 2010 sogar verschlechtert. Damals machten Frauen etwa 14% der Songs in den deutschen Top-100-Charts aus, während es jetzt, fast ein Jahrzehnt später, nur noch 9% sind. Der Anteil der bei der GEMA registrierten Songs von Frauen ist ebenfalls auf 6% gesunken. Trotz einer Zunahme von FLINTA-Künstler:innen auf Festivalbühnen liegt ihr Durchschnittsanteil immer noch unter 20%.

Die Benachteiligung von Frauen und nicht-binären Personen in der Musikbranche ist weit verbreitet, oft durch Vetternwirtschaft und Stereotypen bedingt, was ihren Einstieg erschwert und zu finanziellen Schwierigkeiten führt. Um diesen Zustand zu ändern, werden Quoten und Diversitätsregeln gefordert, während Initiativen wie Keychange und Music Women* Germany Frauen und nicht-binäre Personen unterstützen.

GENDER DIVERSITÄT VON FESTIVAL LINE-UPS

Das feministische Netzwerk female:pressure hat von 2012 bis 2021 verschiedene elektronische Musikfestivals analysiert. Es wurden Daten von mehr als 800 Festivals in 48 Ländern Europas und Nordamerikas ausgewertet. Die Ergebnisse sind deutlich: Lediglich 18,6% der Acts waren weiblich, während 72% männlich waren. Die verbleibenden 9,4% setzten sich aus gemischten Acts, nicht-binären Künstler:innen und solchen, die sich nicht eindeutig identifizieren ließen, zusammen.

Männliche Acts dominieren deutlich die Line-Ups der elektronischen Musikfestivals, trotzdem sieht man einen konstanten Anstieg von weiblichen Künstlerinnen. 2012 lag ihr Anteil noch bei unter zehn Prozent. 2021 ist ihr Anteil auf ein Viertel gestiegen.

Auch Funk hat im letzten Jahr die Line-Ups der zehn größten Festivals Deutschlands analysiert. Dabei stellten sie fest, dass zwei von drei Acts rein männlich sind. Das Lollapalooza und die Fusion zeigten sich mit vergleichsweise ausgeglichenen Line-Ups am diversitätsfreundlichsten. Das Schlusslicht der Analyse macht ein elektronisches Musikfestival, mit einem Line-up, bei dem 93 Prozent der Acts männlichen sind.

GENDER-DATA-GAP

Forschende der Uni Gent haben herausgefunden, dass Frauen auf Festivals im Schnitt sechs Minuten vor der Toilette warten müssen, während Männer nur elf Sekunden warten müssen. Das liegt zum einen daran, dass Frauen mehr Zeit auf der Toilette brauchen. Gründe gibt es dafür mehrere. Frauen haben zum einen eine kleinere Blasenkapazität als Männer und müssen deswegen auch häufiger auf die Toilette. Außerdem sieht es ihre Soziale Rolle vor, dass sie sich um Kleinkinder kümmern, sie zum Beispiel auf der Toilette wickeln. Viele von den Menschen, die die Frauentoilette benutzen menstruieren und auch das wird auf der Toilette erledigt. Dazu kommt, dass Frauen häufig erst den Toilettensitz reinigen müssen und mehr Kleidung ablegen müssen als Männern. Das läppert sich!

Warum werden nicht einfach mehr Toiletteneinheiten auf der Frauentoilette installiert? Tatsächlich haben Frauentoiletten weniger Toiletteneinheiten als Männertoiletten auf gleichen Quadratmetern. Das liegt an der sogenannte Versammlungsstättenverordnung. Diese legt fest, dass Versammlungsstätten, also Theater- oder Konzerthäuser, getrennte Männer- und Frauentoiletten haben müssen, und schreibt eine Mindestanzahl für Toiletten vor. Laut Verordnung muss es zum Beispiel für 1.000 Frauen zwölf Toiletten geben. Für 1.000 Männer sind hingegen acht Toiletten und zwölf Urinale vorgeschrieben. Diese Misskalkulation  ist ein perfektes Beispiel für den Gender-Data-Gap.

Die beste Lösung für das Toilettenproblem haben zwei Forscher per Computersimulation herausgefunden: Eine Mixed-Gender-Toilette mit 14 Kabinen und 8 Urinalen. Frauen müssten dann nur noch 2 Minuten und 18 Sekunden warten und Männer etwa 40 Sekunden. 

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