Coachella: Die Wüste bebt
Am Wochenende ging das erste Festival-Wochenende des Coachella Valley Music and Arts Festival über die Bühne. Auch Fans elektronischer Musik kamen dabei voll auf ihre Kosten.
Am Wochenende ging das erste Festival-Wochenende des Coachella Valley Music and Arts Festival über die Bühne. Auch Fans elektronischer Musik kamen dabei voll auf ihre Kosten.
Jazzy, JOY (Anonymous), BUNT., Duke Dumont, Mochakk, Fatboy Slim, Afrojack x Shimza, Adriatique und viele weitere Acts haben die Wüste zum Beben gebracht. Zum 25. Mal fand das Coachella in der Nähe von L.A. statt. Seit Jahren pilgern Musikfans aus aller Welt zu diesem Vielfältigen Festival. Kein Wunder: Hier stehen einige der größten Artists der globalen Musikszene auf dem Line-up.
Auch mit dabei: Marlon Hoffstadt. Am Freitag bespielte er die Sahara Stage. Schon Vorfeld hatte angekündigt, “Berlin in die Wüste zu bringen”. Für die passende Stimmung holte er rund 200 Raver:innen mit auf die Bühne. Alles Fans, die er zuvor über Instagram ausgewählt hatte. Sein Set und die Euphorie auf der Bühne führte zu einem kollektiver Rave-Moment, der auch die Crowd vor der Bühne komplett mitgerissen hat.
Weniger Glück hatte Anyma. Der italienische Künstler musste seinen geplanten Mainstage-Auftritt kurzfristig absagen. Starke Winde machten es unmöglich, seine neue Live-Show „ÆDEN“ wie geplant zu performen. Das aufwendige Bühnen-Setup stellte unter den Bedingungen ein zu großes Sicherheitsrisiko dar. Die Entscheidung wurde gemeinsam mit dem Festival getroffen, ein Ersatztermin war nicht möglich. Auf Social Media zeigte sich Anyma im Anschluss emotional und enttäuscht. Er entschuldigte sich bei seinen Fans.
Für eine der größten Überraschungen sorgte John Summit. Er spielte ein unangekündigtes Set auf der Do LaB Stage, das innerhalb kürzester Zeit viral ging. Ganz ohne Zwischenfälle verlief der Auftritt allerdings nicht: Berichten zufolge fiel während des Sets ein Lichtelement in die Menge, wobei eine Besucherin verletzt worden sein soll. Umstehende reagierten sofort und kümmerten sich um sie, auch medizinische Hilfe wurde organisiert. Als mögliche Ursache werden auch hier die starken Windverhältnisse vermutet.
Ein weiterer besonderer Moment kam von Moby. Mit seinem Auftritt bewies er wieder einmal, warum er bis heute zu den prägendsten Figuren der elektronischen Musik zählt. Sein Mix aus Ambient, House und Breakbeat funktioniert heute, wie schon in den 90ern. Unterstützt wurde er von einer Live-Band sowie Sänger Jacob Lusk, der unter anderem bei „When It’s Cold I’d Like to Die“ und „Natural Blues“ den Gesang übernahm. Spätestens bei „Porcelain“ sorgte Moby für Gänsehaut im Publikum.
Während vor Ort gefeiert wurde, wurde auf Social Media gleichzeitig intensiv diskutiert. In den letzten Jahren hat sich das Festival für viele zu einem Influencer-Hotspot entwickelt. Marken investieren in luxuriöse Unterkünfte, Outfits und Festival-Pässe. Im Fokus stehen oft Content-Produktion und Inszenierung. Gleichzeitig steigen die Preise: Ein Kaffee für rund 20 Dollar oder Essen ab 30 Dollar machen das Festival für viele Besucher:innen kaum noch erschwinglich.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die politische Lage in den USA. Einige deutsche Creator:innen äußern sich kritisch und entscheiden sich bewusst gegen eine Reise. Auch das Festival selbst steht immer wieder in der Diskussion. Hinter Coachella steht unter anderem der US-Milliardär Philip Anschutz, der in der Vergangenheit, Organisationen mit anti-LGBTQAI+-Agenda unterstützt und republikanische Politiker gefördert zu haben.
Auch wenn Coachella weiterhin eines der größten Musikfestivals der Welt ist, stellt sich für viele die Frage, wie viel Authentizität noch bleibt und welche Verantwortung Besucher:innen heute selbst tragen.