Charlotte de Witte
Charlotte de Witte
KW10 Album der Woche

Charlotte de Witte "Charlotte de Witte"

Nach 15 Jahren Karriere und 25 veröffentlichten EPs hat die belgische Techno-Größe Charlotte de Witte ihr erstes Studioalbum veröffentlicht. Charlotte de Witte erschafft Charlotte de Witte.

Die LP markiert einen Meilenstein für die 33-jährige Künstlerin, die heute als eine der einflussreichsten Figuren der elektronischen Musik weltweit gilt. Die Reise von de Witte begann bereits im Teenager-Alter in ihrer Heimatstadt Gent. Mit 16 Jahren entdeckte sie die Underground-Clubs der Stadt und war sofort von den Fähigkeiten der DJs fasziniert. Was mit ersten Mixtapes für den Schulweg und dem Üben an eigenen Plattendecks begann, führte sie unter dem damaligen Alias „Raving George” schnell in die professionelle Musikszene. Der internationale Durchbruch gelang ihr schließlich mit dem Release von Weltschmerz unter ihrem bürgerlichen Namen. 

Heute blickt sie auf eine beeindruckende Erfolgsbilanz zurück: Im Oktober 2025 wurde sie zum sechsten Mal in Folge vom „DJ Mag” zur Nummer 1 der Techno-DJs gewählt. Zudem schrieb sie Geschichte als erste Techno-Künstlerin auf den Mainstages großer Festivals wie dem Ultra Music Festival oder Tomorrowland, wo sie im vergangenen Sommer gleich zweimal an einem Tag auftrat: als Eröffnungs-Act und als Headlinerin vor 200.000 Menschen. 

Charlotte de Witte
Charlotte de Witte

Trotz dieser gigantischen Bühnen bleibt de Witte im Kern ein „Club-Kid”, was sich nun auch in ihrem ersten Album widerspiegelt. Das neue Album umfasst elf Tracks und wird von de Witte, als ihr bisher persönlichstes Projekt beschrieben. „Es ist eine Reflexion darüber, wer ich bin, woher ich komme und was mich antreibt: der Dancefloor”, erklärt sie. Das Album soll die Energie ihrer Auftritte einfangen und das typische Club-Gefühl für mehr Menschen erlebbar machen 

Musikalisch bleibt sie ihrer Vorliebe für rohe, repetitive und loopige Klänge treu. Für de Witte ist Techno eine körperliche Erfahrung, die eher in Trance versetzt als nur euphorische Glücksgefühle auszulösen. In Tracks wie Memento Mori oder Domine integriert sie zudem gregorianische Mönchsgesänge und Mantras. Mit diesen archaischen Elementen will sie eine tiefe, emotionale Verbindung schaffen. 

Neben den Solo-Stücken enthält das Album Kollaborationen mit XSALT (in der Single No Division), Comma Dee, Lisa Gerrard und Alice Evermore. Die erste Singleauskopplung The Realm war bereits im April 2025 erschienen. 

Trotz ihrer Rolle als globale Spitzenreiterin bleibt de Witte reflektiert, was die Entwicklung der Szene angeht. Während sie früher zu Künstlerinnen wie Ellen Allien oder Nina Kraviz aufblickte, sieht sie sich heute selbst in der Pflicht, den Weg für zukünftige Generationen weiblicher DJs weiter auszubauen. Ihr Ziel bleibt eine Welt, in der alle Künstlerinnen gleichermaßen respektiert werden – ein Anspruch, den sie mit ihrer Arbeit und ihrem Label KNTXT fortgehend verfolgt.