MetooDJ sammelt Geld für Missbrauchsopfer in der Clubszene
Die Initiative MetooDJs baut ihre Arbeit weiter aus und hat eine Spendenkampagne gestartet. Ziel: 75.000 Euro, um Missbrauchsopfer in der Clubszene konkret zu unterstützen.
Die Initiative MetooDJs baut ihre Arbeit weiter aus und hat eine Spendenkampagne gestartet. Ziel: 75.000 Euro, um Missbrauchsopfer in der Clubszene konkret zu unterstützen.
MetooDJs ist ein Netzwerk aus Jurist:innen, Psycholog:innen und Medienschaffenden, an das sich Betroffene von Missbrauch in der elektronischen Musikszene wenden können. Inzwischen ist die Initiative ein offiziell eingetragener Verein nach französischem Recht. Seit dem Start haben sich laut eigenen Angaben rund 300 Betroffene bei ihnen gemeldet. Besonders nach den schweren Vorwürfen gegen mehrere Hard-Techno-DJs im Februar rückte MetooDJs stärker in den Fokus der Debatte. Daraufhin startete die Initiative gezielte Aufrufe, um weitere Aussagen zu sammeln. Dabei wurden Personen aus der Szene, etwa Artists, Booker oder Produzenten, anonymisiert beschrieben, um mögliche Muster und Täter zu erkennen. Diese Aufrufe hätten dazu beigetragen, Menschen miteinander zu vernetzen und ihnen einen geschützten Rahmen zu geben, um erstmals über ihre Erfahrungen zu sprechen. Für viele sei dabei entscheidend gewesen, zu erkennen, dass sie nicht allein sind. Laut MetooDJs gibt es inzwischen erste Fortschritte: Mehrere Betroffene haben rechtliche Schritte eingeleitet, andere stehen im Austausch mit Journalist:innen im Rahmen laufender Recherchen.
Jetzt hat MetooDJs einen Spendenaufruf gestartet. Insgesamt sollen 75.000 Euro zusammenkommen. Im Zentrum der Kampagne steht die direkte Hilfe für Betroffene. Die gesammelten Gelder sollen vor allem dafür eingesetzt werden, Anwaltskosten zu decken und Zugang zu psychologischer Betreuung zu ermöglichen. „Viele Betroffene innerhalb der Musikszene möchten rechtliche Schritte einleiten, können dies jedoch oft aufgrund finanzieller Hürden nicht tun”, heißt es von MetooDJs. „In einigen Fällen befinden sich die verantwortlichen Personen in einflussreichen Positionen, während die Betroffenen Schwierigkeiten haben, Zugang zu rechtlicher Unterstützung zu erhalten”, so das Netzwerk weiter. Darüber hinaus fließt ein Teil der Mittel in die Infrastruktur der Initiative selbst, etwa in die sichere Verwaltung sensibler Daten, die Koordination von Fällen und die Zusammenarbeit mit Fachleuten. Die Initiative betont, dass sie bei der Verwendung der Spenden auf Transparenz setzen will. Trotz der notwendigen Anonymität der Betroffenen sollen nachvollziehbare Einblicke gegeben werden, wie die Gelder eingesetzt werden und welche Unterstützung konkret geleistet wird. Bisher kamen über 18.000 Euro zusammen.
Hier könnt ihr den Spendenaufruf finanziell unterstützen.