John Grand
John Grand
KW6 Album der Woche

John Grand "Drift"

John Grand veröffentlicht mit Drift sein wohl umfangreichstes Album. Es ist das Portrait eines Künstlers, der gelernt hat, sich von seiner Intuition leiten zu lassen.

Auf zwei Stunden und 42 Minuten verteilt John Grand 33 Tracks und veröffentlicht damit sein bis her größtes Projekt. Mit Drift schafft es der Produzent den Bogen von energiegeladenen Progressive-Grooves über Trance-Momente bis hin zu atmosphärischer Tiefe zu spannen. Er hat sich in der Progressive- und Trance-Szene einen Namen gemacht, über die Zeit entwickelte Grand einen Stil, der für klare Grooves, melodische Führung und detailreiches Sounddesign steht. Drift bündelt diese Qualitäten und führt sie weiter. 

John Grand - Drift
John Grand - Drift

Der Albumtitel, Drift, beschreibt in gewisser Weise auch den Arbeitsprozess dahinter. John Grand hat die 33 Stücke über achtzehn Monate geschrieben und produziert, ohne ein festes Konzept vor Augen zu haben. Vielmehr hat er Sounds und Ideen freien Lauf gelassen, sie miteinander kombiniert, bis daraus ein stimmiges Gesamtwerk wurde. Getragen von Johns Gefühlen und Erfahrungen. Entstanden sind die Tracks in seinem Studio im Süden Kaliforniens. Er arbeitete vor allem nachts, wenn das Haus still wurde und er kurz eine Pause von seinem Alltag als junger Familienvater bekam. Es ist Musik, die aus Momenten der Ruhe wächst. Man wird auf eine Reise durch verschiedene Phasen seines Lebens eingeladen. Energiegeladene Tracks wechseln sich mit ruhigeren, fast introspektiven Momenten ab.  

Den Weg in die elektronische Musik hat John Grand über Umwege gefunden. Geboren als John Kunkel, wuchs er in Uruguay auf, mit amerikanischem Vater und brasilianischer Mutter. Musik begleitete ihn von Anfang an; als Teenager spielte er in Bands, geprägt von britischem Gitarrenpop wie Oasis und vom Sound der 1980er Jahre. Für das College zog er dann in die USA, wo er bis heute lebt. Dort gründete er die New-Wave-Band The New Division, mit der er mehrere Alben veröffentlichte und international tourte, auch durch Europa und Deutschland. Der Wechsel zur elektronischen Musik kam vor rund zehn Jahren. Armin van Buurens Radioshow "A State of Trance" inspirierte ihn elektronische Musik zu produzieren und unter seinem eigenen Namen zu veröffentlichen.  

Auf Drift kommen diese Einflüsse zusammen: eine Mischung aus Erfahrung und Neugier. Viele Tracks setzen auf Groove und Rhythmus, andere legen mehr Wert auf Atmosphäre oder melodische Entwicklung. Zwei Songs stechen dabei besonders heraus. Auf Corazon singt John Grand auf Spanisch und knüpft direkt an seine südamerikanischen Wurzeln an. Und Maybe I’ve Lost Myself ist deutlich von den 1980er Jahren inspiriert und erinnert an seine Band-Vergangenheit. Es gibt dem Album eine ganz persönliche Note.