IMS Business Report
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IMS Report 2026: Elektronische Musik wächst weiter

Die elektronische Musik bleibt auf Wachstumskurs: Laut dem aktuellen IMS Business Report 2026 ist die Branche inzwischen rund 15,1 Milliarden US-Dollar wert – ein neuer Höchststand.

Damit ist der Markt im Vergleich zum Vorjahr erneut gewachsen, um etwa sieben Prozent. Besonders bemerkenswert: Dieses Wachstum passiert trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten weltweit. Der Report zeigt, dass Streaming 2025 zum ersten Mal langsamer gewachsen ist als der Gesamtmarkt. Das klassische Streaming-Modell scheint also langsam an seine Grenzen zu kommen. Stattdessen verlagert sich der Fokus immer stärker auf die sogenannte „Fan Economy“. Labels verdienen zunehmend Geld über zusätzliche Bereiche wie Merch, Fan-Produkte, Direktverkäufe oder Markenkooperationen. Ein Vorbild dafür ist der südkoreanische Markt: Labels wie HYBE oder SM Entertainment setzen stark auf Fanbindung und Community und wachsen damit aktuell schneller als viele große Major-Labels.  

Neue Märkte gewinnen mehr an Bedeutung. Das Wachstum der Musikindustrie verlagert sich zunehmend in den Globalen Süden. Während Märkte in Europa und Nordamerika langsamer wachsen, sorgen Länder wie Indonesien mit großen Bevölkerungen für die meisten neuen Streaming-Nutzer:innen. Etablierte Regionen bleiben aber stabil. Deutschland bleibt einer der wichtigsten Märkte für elektronische Musik, besonders im Streaming-Bereich. Die Zahl der Hörer:innen stieg hier im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent.  

Auf Ibiza zeigt sich ein spannender Trend: Clubs haben 2025 mit rund 160 Millionen Euro so viel Ticketumsatz gemacht wie noch nie, obwohl die Anzahl der Events pro Venue gesunken ist. Das bedeutet weniger Veranstaltungen, dafür mehr Einnahmen pro Event. Clubs setzen stärker auf Qualität und exklusive Erlebnisse. Gleichzeitig bleibt die Herausforderung, junge Menschen für die Clubkultur zu begeistern und den Dancefloor langfristig lebendig zu halten. 

Party
Coachella
Party

Szene im Wandel

Neue Technologie spielt eine immer größere Rolle. 2025 war ein Durchbruchsjahr für KI in der Musik. Tools für generative Musik und Stem-Separation sind inzwischen Mainstream. Die Umsätze in diesem Bereich sind seit 2023 um über 650 % gestiegen. 

Das wirkt sich auch auf den Sound aus: Tracks werden härter und schneller. Auf SoundCloud steigen vor allem Genres mit über 180 BPM. Subgenres wie Schranz wachsen stark. Gleichzeitig boomt Afro House. Auf Splice gehört es inzwischen zu den meistgesuchten Styles. 

Auch auf Social Media performt elektronische Musik. Auf TikTok gibt es über 15 Millionen Posts unter #DJ.  

Trotz der positiven Zahlen gibt es auch kritische Punkte. Während große Festivals und globale Märkte wachsen, kämpfen kleinere Clubs und lokale Szenen vielerorts ums Überleben. Und auch in Sachen Diversität hinkt die Szene hinterher: Der Anteil weiblicher DJs steigt nur langsam und liegt aktuell bei etwa 15 %. Hier sieht der Report weiterhin großen Handlungsbedarf.