“Die Pressen sind aus, das Haus läuft weiter”
Wo früher nachts Zeitungen produziert wurden, läuft künftig Musik: In einer ehemaligen Druckerei in München-Moosach ist mit dem PRINTHOUSE ein neuer Kultur- und Veranstaltungsort gestartet.
Wo früher nachts Zeitungen produziert wurden, läuft künftig Musik: In einer ehemaligen Druckerei in München-Moosach ist mit dem PRINTHOUSE ein neuer Kultur- und Veranstaltungsort gestartet.
Am Wochenende feierte das PRINTHOUSE mit einem Open Air Event seine Premiere und will in den kommenden Monaten zeigen, was in dem riesigen Industriekomplex möglich ist. Der Charme der Location liegt vor allem in ihrer Vergangenheit. Statt die ehemalige Produktionsstätte in einen durchgestylten Club zu verwandeln, setzen die Verantwortlichen auf den bestehenden Industriecharakter. Beton, hohe Decken, alte Funktionsflächen und der frühere Verladehof bleiben bestehen. Eine der Hallen misst rund 1.260 Quadratmeter und erreicht eine Höhe von bis zu 14 Metern. Hinzu kommen offene Flächen von mehr als 3.000 Quadratmetern und überdachte Außenbereiche – Genügend Platz für Münchens Feierwütige.
Geplant ist ein Programm zwischen elektronischer Musik, Konzerten, Jazz, Oper, Theater und Ausstellungen. Für Programm und Booking ist Christoph Pankowski verantwortlich, der in München unter anderem durch Musica Autonomica und die Autonomica Open Airs bekannt ist. Gemeinsam mit Henrik Szilit und Robert Benke entwickelt er das Projekt PRINTHOUSE.
Den Anfang machte am vergangenen Samstag ein Open Air im überdachten Verladehof. Nathalie Seres, DASCO, Euphrat und C.H.P. bespielten den neuen Ort von Nachmittag bis Abend. Weitere Termine stehen bereits fest: Am 17. Oktober sind unter anderem Budino, Isabel Soto, The Lady Machine und die Zenker Brothers angekündigt, im November folgt Recondite.
Wie lange das PRINTHOUSE bleiben kann, ist allerdings offen. Das Projekt beginnt als Zwischennutzung mit temporären Genehmigungen. Gerade das Gebäude macht den Reiz des PRINTHOUSE aus: Aus einer stillgelegten Produktionsstätte entsteht kein Club nach fertigem Bauplan, sondern ein Kulturort im Werden – und München bekommt eine neue große Spielfläche für seine Nacht- und Kulturszene.