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Club-Euro
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1€ für die Vielfalt: Club-Euro startet bundesweit

Die Hamburger Clubszene bekommt Zuwachs: Im Oberhafenquartier soll der neue Club Glimmer eröffnen.

Die wirtschaftliche Situation vieler Musikclubs und kleiner Spielstätten bleibt angespannt. Steigende Kosten treffen auf geringe Margen, und gerade Konzerte mit Nachwuchskünstler:innen lassen sich häufig kaum kostendeckend veranstalten, während große Konzerte und Arenashows enorme Publikumszahlen erreichen. Doch es sind gerade die kleinen Bühnen, auf denen neue Bands ihr Publikum finden, lokale Szenen entstehen und musikalische Experimente überhaupt möglich werden. Der Club-Euro soll jetzt Abhilfe leisten.  

Beim Club-Euro erheben Teilnehmende Spielstätten pro verkauftes Ticket einen zusätzlichen Euro. Die Einnahmen fließen in einen gemeinsamen Fonds und werden anschließend anhand eines kapazitätsabhängigen Schlüssels verteilt. Auf diese Weise sollen größere und wirtschaftlich stärkere Häuser kleinere Spielstätten mittragen. 

Das in Köln entwickelte Modell fand viel Anklang. Es beteiligten zahreiche bekannte Häuser, darunter Palladium, E-Werk, Carlswerk Victoria, Live Music Hall, Essigfabrik, Kantine, Gloria, Club Bahnhof Ehrenfeld, Luxor, Gebäude 9 und MTC. Die Bundesstiftung LiveKultur hat jetzt eine Projektförderung der Initiative Musik erhalten mit dem der Club-Euro jetzt in mehreren Metropolregionen Deutschlands getestet werden soll. Die Verantwortlichen wollen mit dem Pilotprojekt herausfinden, unter welchen Bedingungen ein solidarischer Fonds auch in anderen Regionen funktioniert. Untersucht werden unter anderem die Bereitschaft der Spielstätten zur Teilnahme, mögliche Anreize für Clubs sowie geeignete Strukturen für Verwaltung und Verteilung der Gelder. Ebenso entscheidend ist die Frage, wie das Modell gegenüber dem Publikum vermittelt werden kann. Schließlich muss verständlich werden, warum auf dem Ticket plötzlich ein zusätzlicher Euro erscheint und was dieser Euro bewirken soll. 

Dabei könnte eine Frage über Erfolg oder Misserfolg entscheiden: Machen auch die großen Häuser mit? Felix Grädler, Vorstandsmitglied der Bundesstiftung LiveKultur und Initiator des Live Music Fund, betont, dass das Modell auf die Beteiligung großer Arenen und Spielstätten angewiesen ist. Der Club-Euro wird damit auch zum Test dafür, wie weit die Solidarität innerhalb einer wirtschaftlich sehr unterschiedlich aufgestellten Branche reicht.