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DJ Hildegard Turntables
DJ Hildegard Turntables

Lieblingssongs in Dauerschleife

Neue Musik entdecken klingt eigentlich einfach – schließlich stehen uns durch Streaming mehr Songs zur Verfügung als je zuvor. Trotzdem hören wir immer wieder die gleichen Songs.

Eine britische Umfrage von National Rail unter 2.000 Erwachsenen zeigt, wie unser Hör-Gewohnheiten zu weniger Vielfalt in unseren Playlists führt. 70 Prozent der Befragten hören immer wieder dieselben Songs und Artists. Im Schnitt befinden sich gerade einmal sechs verschiedene Acts in der regelmäßigen Rotation. Und der jeweilige Lieblingssong läuft durchschnittlich 343 Mal im Jahr.  

Das Album hat es zunehmend schwerer: 41 Prozent haben im vergangenen Jahr kein einziges Album komplett von Anfang bis Ende gehört. Acht Prozent geben sogar an, noch nie ein vollständiges Album gehört zu haben. 

Der Grund für die Dauerschleife ist dabei nicht unbedingt der Algorithmus. 65 Prozent sagen schlicht, dass sie wissen, was ihnen gefällt, und dabei bleiben. Für die Hälfte hängt die eigene Lieblingsmusik mit Erinnerungen und Nostalgie zusammen, genauso viele empfinden vertraute Songs als beruhigend. Und auch Gewohnheit wird als Grund angegeben. Ganz zufrieden sind viele mit ihrer musikalischen Komfortzone allerdings nicht. Rund zwei Drittel würden gerne häufiger neue Musik entdecken. Genau hier setzt National Rail mit seiner Kampagne „Track Reset“ an. Die These dahinter: Ein Tapetenwechsel kann dabei helfen, auch musikalisch aus gewohnten Mustern auszubrechen. Und eine Zugfahrt soll genau das bieten. 

Gemeinsam mit der Musikpsychologin Dr. Ruth Herbert und Produzent Adriano Desire wurde dafür ein dreiminütiger „musikalischer Gaumenreiniger“ entwickelt. Ungewöhnliche Sounds sollen die Ohren kurz aus dem Gewohnten holen und sie anschließend empfänglicher für unbekannte Musik machen. 

DJ Pete Tong sieht vor allem in der Art, wie wir heute Musik konsumieren, ein Problem. Wer nur einzelne Lieblingssongs und Playlists hört, bekommt vom Gesamtwerk eines Artists immer weniger mit. Er vergleicht das damit, bei einem Film nur die besten Szenen anzuschauen.