Inklusionsprojekt "Ick Mach Welle" startet Crowdfunding
Das Berliner Musik- und Inklusionsprojekt "Ick Mach Welle" steht nach dem Wegfall wichtiger Fördergelder vor einer ungewissen Zukunft.
Das Berliner Musik- und Inklusionsprojekt "Ick Mach Welle" steht nach dem Wegfall wichtiger Fördergelder vor einer ungewissen Zukunft.
Nachdem wichtige Fördermittel weggefallen sind, arbeitet das Team seit März 2026 nach eigenen Angaben ehrenamtlich weiter, während laufende Kosten privat getragen werden. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, setzt die Initiative nun auf Crowdfunding und die Suche nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten. 12.000 Euro sollen zunächst die Miete für die Räume sichern. Mit 40.000 Euro wäre der Weiterbetrieb der bestehenden Projekte möglich, 70.000 Euro würden zusätzlich Raum für neue Artists und Formate schaffen.
Das 2018 vom Berliner Label Killekill gegründete Projekt schafft Zugänge zur elektronischen Musik- und Clubkultur für Menschen mit Behinderung. In einem barrierearmen Studio in Friedrichshain werden Workshops, Mentoring-Programme und Musikproduktionen angeboten. Ziel ist es, kreative Teilhabe zu ermöglichen und bestehende Hürden in der Kulturszene abzubauen. Aus dem Projekt gingen bereits zahlreiche Artists hervor, die unter anderem im Berghain, im ://about blank sowie auf Festivals wie Fusion oder Nation of Gondwana auftraten. Gespielt werden Genres wie Techno, House, Hip-Hop, Dub und experimenteller Musik.
Mit ihrer Compilation SUPERBRAINS Vol. 2 zeigt "Ick Mach Well" was sie drauf haben. Das über IMW Records erschienene Album vereint 19 Tracks von Künstler:innen aus dem Netzwerk der Initiative, darunter Dj Andi, DJ LOCATI und Black Davil. Zusätzlich lädt das Projekt am 20. Juni zur Soli-Veranstaltung ALLE ODER KEINE ins Berliner ://about blank. Mit dabei sind unter anderem Wellen.Brecher, eva h. und Hang Aoki, die den Abend zugunsten des Projekts gestalten.
Der aktuelle Finanzierungsengpass ist nur ein Beispiel für die schwierige Situation vieler kultureller und sozialer Projekte angesichts zunehmender Kürzungen im Berliner Kulturbereich. 2025 wurde der Kulturetat der Hauptstadt um rund 130 Millionen Euro reduziert, für die Folgejahre sind weitere Einsparungen vorgesehen. Besonders die freie Szene, kleinere Initiativen und Arbeitsraumprogramme geraten dadurch unter Druck. Kulturschaffende warnen, dass wichtige Orte für Teilhabe, Nachwuchsförderung und kulturelle Vielfalt verloren gehen könnten.