Ausstellung über Clubkultur nach dem Mauerfall
Die Ausstellung „Tanzflächen der Wiedervereinigung“ im Berliner Tresor erzählt von Clubkultur und von den Brüchen hinter der Erinnerung an die wilden Neunziger.
Die Ausstellung „Tanzflächen der Wiedervereinigung“ im Berliner Tresor erzählt von Clubkultur und von den Brüchen hinter der Erinnerung an die wilden Neunziger.
Die Mauer fällt, Räume werden frei, Menschen tanzen über alte Grenzen hinweg. Berlin erfindet sich neu und Techno liefert den Soundtrack. Doch wer die Nachwendezeit nur als goldene Zeit des Techno erzählt, lässt vieles aus. Zu ihrem 25-jährigen Jubiläum hat die Clubcommission Berlin Zeitzeug:innen, Künstler:innen und Initiativen eingeladen, Erinnerungen aus der Zeit nach dem Mauerfall zu teilen. Die Ausstellung „Tanzflächen der Wiedervereinigung“ erzählt von den Jahren rund um Mauerfall und Wiedervereinigung, von Techno, Jugend- und Subkulturen. Die Schau zeigt mehr als 30 Beiträge aus Berlin und Ostdeutschland. Ihr Anliegen ist, die Erinnerung um Erfahrungen von Strukturverlust, Unsicherheit und Gewalt zu erweitern. Der gesellschaftliche Umbruch schuf neue Freiräume und Möglichkeiten, bedeutete für viele Menschen aber auch den Verlust vertrauter Lebensverhältnisse.
Durch den heutigen Tresor führt der Zugang in bislang verschlossene Kellergewölbe des Kraftwerks Berlin. Unter dem Projektnamen SOURCE werden sie erstmals für eine solche Ausstellung geöffnet. Sound und Licht machen bereits den Weg hinein zur Inszenierung. Wie eng Feiern und politische Selbstbestimmung verbunden waren, zeigen Petra Galls Fotografien einer queeren Party im SO36 von 1993. Christian Gesellmann und Till Morgenfrüh beschäftigt sich mit dem Jugendzentrum Kassablanca in Jena. Hier rückt Clubkultur als sozialer Ort in den Blick: als Möglichkeit, zusammenzukommen, auszuprobieren und Zugehörigkeit zu entwickeln. Die Ausstellung wirft damit eine ganz zentrale Frage auf: Welche Räume braucht eine Gesellschaft, damit Freiheit im Alltag erfahrbar wird?
„Tanzflächen der Wiedervereinigung“ läuft vom 3. Oktober bis zum 9. November 2026 im Kraftwerk Berlin, Köpenicker Straße 70. Kostenlose Tickets sind über die Ausstellungswebsite erhältlich.