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Raven ist sein Job

Raven ist sein Job

Der Raver der Herzen – Bradley Gunn Raver

 

Nüchtern in einen Club, für viele unvorstellbar. Für den Jungen aus Bristol in Großbritannien Alltag.


Alles begann vor ca. 2 Jahren mit einer BBC Dokumentation über den ravenden Briten, der tagsüber auf einem Rave in Bristol war und mal wieder einfach sein Ding machte - also tanzen. Ein Filmemacher sprach ihn an, fragte wie es ihm geht, und Bradley antwortete, dass er schon seit zehn Stunden am feiern sei. Der Filmemacher fragte ihn, ob er eine Dokumentation über ihn machen dürfe und Bradley wurde bekannt, als Bradley Gunn Raver.

Unter der Woche arbeitet Bradley im IT-Support. Am Wochenende tanzt er Nächte durch. Er liebt es, früh in Clubs aufzuschlagen und spät wieder zu gehen. Dabei hört er nicht auf zu tanzen und das vollkommen „sober“, wie er es so schön sagt. Bradley Gunn ist vollkommen nüchtern. Er braucht keine Betäubungsmittel, um Spaß zu haben.

Stell dir vor, du stehst mitten im Club, komisches Gehopse zum Takt (oder leider auch nicht zum Takt) der Musik, Füße stampfen, Fäuste pumpen, Rumgepose, sinnentleertes Gelaber aufgedrehter Volltrottel und das alles, ohne wenigstens ein wenig angetüdelt zu sein? Für vermutlich 99% aller feierwütigen Menschen unvorstellbar. Für Bradley kein Problem. 
Der junge Mann mit Asperger-Syndrom hatte sein Leben lang Probleme auf Leute zu zugehen, entspannt zu kommunizieren, eckte an. In der Schule mochte er die Pausen nicht. In der Zeit, in der alle rumblödelten und miteinander quatschen, merkte Bradley, wie schwer ihm genau das fiel. Mit 18 ging er das erste mal feiern in einem
 kommerziellen Club und bemerkte dass er die Musik interessanter fand, als sich zu betrinken. Auf der suche nach einem Ort, wo die Musik mehr im Vordergrund steht, landet er schließlich in der Rave-Szene. Dabei stand das nüchtern feiern nicht von Anfang an im Vordergrund: „Ich habe mir nicht bewusst vorgenommen, nüchtern auf Partys zu gehen. Es ist einfach irgendwie passiert. Ich hatte einen Kumpel, der auch mein Ravepartner wurde, und wir haben uns zwischendurch immer einen Drink geholt, aber merkten dann irgendwann, dass wir mit Alkohol nicht so lange durchhalten können.“ Härtere Drogen aus zu probieren, so wie es in der Techno-Szene üblich ist, um tagelang wach zu bleiben, kam ihm nicht in den Sinn.
„Wenn ich bei einem Rave bin, ist es mir egal, was irgendjemand über mich denkt oder von mir hält. Ich rave so, wie ich will.“
Zum ersten Mal merkte Bradley, dass er nicht aneckte. Stundenlang mit hunderten von tanzwütigen in einem Raum, einfach nur tanzen, nicht reden, und doch verstehen sich alle. Zum ersten Mal konnte er völlig er selbst sein und niemand hinterfragte sein Verhalten. Er wurde akzeptiert.
Und dabei tanzt Bradley sehr ausgelassen: 
Die Leute sehen mich und gehen in der Regel davon aus, dass ich auf Drogen bin. Die fragen mich dann, ob ich welche verkaufe oder wo sie welche bekommen können. Ich habe echt keine Ahnung! Viele Menschen sind dann wirklich schockiert, wenn ich ihnen sage, dass ich nüchtern bin. Die glauben, dass ich lüge. Das tue ich aber nicht. Ich bin tatsächlich ein sehr nüchterner Raver.“

Bradley Gunn Raver hat schon einige Menschen dazu inspiriert nüchtern feiern zu gehen. Mittlerweile jettet er von Event zu Event um zu tanzen. DJs wie Nicole Moudaber, Adam Beyer und Seth Troxler bitten ihn hinters DJ Pult für einen gemeinsamen Rave und seit einigen Monaten ist Bradley offizieller "Rave Reviewer" für den berühmten Londoner Club und gleichnamige Label Ministry of Sound.

Bradley Gunn hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Wir ziehen den Hut und hoffen, dass er noch viele weitere Nächte durchtanzen wird.




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