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Loveparade-Katastrophe kommt vor Gericht!

Loveparade-Katastrophe kommt vor Gericht!

Strafverfahren wird eröffnet

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat entschieden: Das Strafverfahren wegen der Loveparade-Katastrophe 2010 muss eröffnet werden.

Im April 2016 hatte das Landgericht noch die Anklage gegen die ingesamt zehn Beschuldigten zurückgewiesen. Dagegen hatte die Staatsanwaltschaft sowie Opferanwälte Beschwerde eingelegt - mit Erfolg.

In der Mitteilung des Oberlandesgerichts Düsseldorf sei eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung beziehungsweise fahrlässiger Körperverletzung im Amt "hinreichend wahrscheinlich". Zudem wurde entschieden, dass das 460 Seiten lange Gutachten des Sachverständigen Keith Still verwertbar ist. Hier hielt das Landgericht den Gutachter bei der Entscheidung im April 2016 noch für befangen - u.a., da er sich öffentlich bereits über Planungsmängel geäußert habe, so dass er nicht mehr als unparteilich im im Verfahren gelten könne.

Hier stellt das Oberlandesgericht klar: "Von einer Besorgnis der Befangenheit, also einer Voreingenommenheit des Gutachters, sei nicht auszugehen". Darüber hinaus gebe es "keine Anhaltspunkte für eine unzulässige Einflussnahme auf den Sachverständigen".

Anders als die Kammer des Landgerichts sieht der Senat auch ausreichende Anhaltspunkte für einen vorwerfbaren Zusammenhang zwischen den anzunehmenden Planungsfehlern und dem Eintritt der Katastrophe.

Für Angehörigenanwalt Julius Reiter ist dies eine "Ohrfeige für die Richter am Landgericht Duisburg, die das Verfahren einstellen wollten" und die Eröffnung des Strafverfahrens "eine Erleichterung für die Opfer, die schon so lange auf die Aufklärung warten".

Am 24. Juli 2010 kamen bei der Loveparade Duisburg 21 Menschen ums Leben, über 600 wurden zum Teil schwer verletzt. Das Unglück geschah im Zugangsbereich der Loveparade, wo es zu einem Massengedränge unter den Besuchern gekommen war.

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